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Wie entstehen Fußfehlstellungen?

 

„Moderne“ Schuhe haben das Problem, durch die Absatzsprengung und die übertriebene Polsterung den Fuß viel zu sehr zu schützen. Die Folge ist, dass Muskeln und Sehnen nicht mehr gefordert und zu verkümmern drohen. Vor allem statisch-dynamische Fehlbelastungen sind oftmals Auslöser unspezifischer Schmerzen, Deformationen wie Senk- und Plattfüße sowie Laufverletzungen oft die Folge.

Wenn sich das Längsgewölbe abflacht, spricht man von einem Senkfuß. Die natürliche Fußwölbung zwischen Vorfußballen und Ferse ist mehr oder minder verringert, was zu einer Absenkung der Fußsohle führt. Bei Belastung knickt der Fuß zudem nach innen ein, der Knöchel stellt sich nach innen heraus. Man spricht auch vom Knick-Senkfuß. Durch Abflachung des Längsgewölbes kommt es beim Senkfuß zur Verlängerung des Fußes.

Bei der Abflachung des Quergewölbes spricht man von einem Spreizfuß. Durch die Aufspreizung der Mittelfußknochen verbreitert sich beim Spreizfuß der Vorfuß. Das Abrollen kann schmerzhaft sein. Sind beide Gewölbe betroffen, liegt ein (Knick-) Senk-Spreizfußvor. Lässt sich selbst ohne Belastung kein Quer- und Längsgewölbe mehr erkennen, dann spricht man vom Plattfuß.

Häufig kommt es unter den fehlbelasteten Mittelfußköpfchen zu schmerzhaften Schwielen. Bei Spreizfuß, Senkfuß oder Senk-Spreizfuß kommt es oft zu Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen (Metatarsalgie) und/oder einer Morton-Neuralgie(Nervenreizung unter dem mechanischem Druck).

Der Spreizfuß, Senkfuß und der Senk-Spreizfuß begünstigen durch die Veränderung der Zugrichtung der an den Zehen ansetzenden Zehen die Ausbildung anderer Fuß- und Zehendeformitäten wie Hallux valgus, Hammerzehen, Krallenzehenund Fersensporn.

 

 

Sind Einlagen sinnvoll?

 

Einlagen dienen der Prävention und Therapie von Fußerkrankungen. Sie können Haltungsfehler und physiologische Bewegungsmuster bahnen und dadurch die Funktion von Muskulatur, Gang und Körperhaltung beeinflussen.

Das primäre Ziel sollte immer sein, die eigenen Fußmuskeln zu aktivieren und kräftigen (siehe „kurzer Fuß nach Janda“), um so wieder das Quer- und Längsgewölbe des Fußes aufzurichten.

 

Es gibt die Einlagen, dessen Kosten nach ärztlicher Verordnung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Der Versicherte leistet lediglich eine Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent (mindestens fünf bis höchstens zehn Euro).

Bei diesen Einlagen unterscheiden wir stützende, bettende und korrigierende Einlagen, die entweder Kunststoff mit einer Blankleder-, Kunstleder- oder Veloursdecke haben oder Flexokork/ Korkgummi-Gemisch als Basis mit einer Lederdecke haben. Optionale Zusätze sind eine Weichbettung, eine Spreizfußpelotte, ein Supinations-/ Pronationskeil, eine Fersenspornaussparung, eine Rigidusfeder und ein Verkürzungsausgleich.

Diese von der gesetzlichen Krankenkasse übernommenen Schuheinlagen werden nach 2D-Abdruck angefertigt sind allesamt sehr fest. Sie stützen den Fuß passiv und führen letztendlich zur Inaktivierung der fußeigenen stützenden Muskulatur. Sie führen durch Aufrichtung des Längs- und Quergewölbes zu einer Verbesserung der Statik im Fuß, allerdings wie gesagt passiv. In Situationen mit Beschwerden in Füßen und z.B. Knien kann das durchaus vorübergehend sinnvoll sein, diese Einlagen zu tragen. Auch wenn die Fußfehlstellung bereits fortgeschritten ist, ist der Einsatz von stützenden Einlagen manchmal sinnvoll.

Das aktive Trainieren der eigenen Fußmuskulatur (z.B. mit Hilfe des „kurzen Fußes nach Janda“), die letztendlich für die Aufrechterhaltung der Fußgewölbe zuständig ist, ist die bessere Variante. Es ist zwar aufwändiger, was die Therapie betrifft, jedoch sind die Effekte sicher und besser, weil sie den Patienten aktivieren gegenüber der passiven Adaptierung auf die meistens unangenehme Einlage.

Die Aktivierung der Fußmuskulatur kann durch die Nutzung von Barfußschuhen oder durch den Einsatz von aktiven sensomotorischen Einlagen in den Alltag problemlos integriert werden.

Die aktiven sensomotorischen Einlagen sind weich und flexibel (biegsam) und werden nach Untersuchung des Fußes individuell angefertigt. Durch diese werden mit jedem Schritt die Muskulatur des Fußes aktiviert und gestärkt. Dadurch richtet sich der Fuß  aktiv auf und somit können die Muskelspannungen des Bewegungsapparates neu koordiniert werden. Die Folge ist eine Verbesserung der Haltung und ein Auflösen muskulärer Dysbalancen. Die Kosten für diese Einlagen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und müssen daher privat finanziert werden.

 

 

Welches ist das passende Schuhwerk?

 

Wie bereits beschrieben sind es die Rezeptoren an den Fußsohlen aber auch in den Muskeln und Gelenken, die dem zentralen Nervensystem Feedback über die Bodenbeschaffenheit und Positionierung im Raum geben – je besser das Feedback (Propiozeption), desto besser die Bewegung und die Sicherheit.

„Moderne“ Schuhe mit mehr Aufprallschutz und mehr Dämpfung manipulieren die Kräfte, die auf unseren Fuß einwirken. Muskeln und Sehnen werden nicht mehr gefordert und drohen zu verkümmern. Deformationen wie Senk- und Plattfüße sowie Laufverletzungen sind oft die Folge.

Für die Fortbewegung gegen die Schwerkraft auf diesem Planeten wurden unsere Füße bereits mit Kraft, Dämpfung und Stabilität ausgestattet, weshalb unsere Füße nicht mehr Dämpfung und Aufprallschutz brauchen, sondern mehr Bewegung und Belastung! Stützen, Dämpfung, Absätze und die Passform moderner Schuhe machen eine artgerechte Körpergeometrie schwer möglich.

 

Zum einen wird durch die keilförmige Sohlenkonstruktion (Abstazsprengung) die Ferse höher gelagert als der Vorfuß, was uns aus dem Gleichgewicht bringt. Die dadurch hervorgerufene Veränderung der Körpergeometrie sorgt zudem beim Gehenfür muskuläre Dysbalancen (z.B. Verkürzung der Achillessehne), was zu Wadenkrämpfen und Entzündungen in verkürzten Achillessehnen führen kann.Beim  Laufenwird das Landen auf den Fußballen durch die Absatzsprengung der dadurch höher gelagerten Ferse erschwert. Es kommt zu einer Fehlbelastung des Fußes und aller nachgeordneten Gelenke.

Durch die übertriebene Polsterung ist die Empfindungsrückmeldung (Propiozeption) eingeschränkt. Dies führt zu einer Insuffizienz der beiden Fußgewölbe, wodurch die Dämpfungseigenschaft des Fußes deutlich zurückgeht. Fehlbelastung des Fußes mit Ausbildung oder Verstärkung eines Senkfußes und Spreizfußes, Mehrbelastung aller nachgeordneten Gelenke (Knie, Hüfte, Wirbelsäule)und Erscheinungen wie Joggersknie, Schienbeinkantensyndrom und Fersensporn sind oft die Folge.Denn wenn der Fuß nicht funktioniert, müssen andere Gelenke den dort auftretenden Fehler kompensieren. Die Belastung steigt, die Belastbarkeit nimmt jedoch ab. Diese Kombination führt mit absoluter Sicherheit zu Verletzungen und Leistungseinbußen.

 

Im Ergebnis all dessen benötigen wir ein Schuhwerk, welches den menschlichen Fuß vor der Umgebung isoliert und schützt (durchschlagsicher und temperaturresistent), gleichzeitig aber eine maximale Empfindungsrückmeldung zwischen Fuß und Gehirn bietet!

 

 

Dr. Bülent Kılıç